„Jubiläumskonzert“ zum 140jährigen Bestehen des Liederkranz Eberstadt

Ein ausgewogenes Ganzes

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„Etwas Neues wagen“ wollten die verantwortlichen Konzertorganisatoren. Und dieses Neue kam an. Nicht nur dass sich alle beteiligten Chöre mit einem kurzweiligen und unterhaltsamen Liedgut ihren Zuhörern präsentierten. Nein, auch das Drumherum mit Schwarzlichteffekten und Powerpoint-Präsentation zeigte auf, dass der Liederkranz Eberstadt gut zu Fuß auf dem Weg in die Zukunft ist.

 

Genau so, wie einst der Verein aufgestellt worden war, eröffnete auch ein Männerchor, der Männerchor Eberbachtal mit einigen Überraschungssongs den Chorreigen. Von ganz traditionell (Erlaube mir fein´s Mädchen) über Pop (When I get older) bis hin zur Persiflage (Mein Hund beißt jede Frau in´s Bein) überraschten die Mannen um Levin Lüftner die Gäste in der Eberfürsthalle mit ihrem spritzigen, humorvollen Auftritt. Super Männer, weiter so!

 

Informativ geleitete der erst jüngst gewählte Vorsitzende des Liederkranz Eberstadt, Kai Laux, die Zuschauer durch das abendliche Musikprogramm. „Auch der Liederkranz musste sich in den Kriegszeiten aus seinem männlichen Sängerschwund befreien. Jetzt wurden auch Frauen zum Singen zugelassen und aus dem Männer- wurde ein gemischter Chor“.

 

Hier übernahm nun der Traditionelle Chor die Programmgestaltung. Mit seinen Chorleiterinnen, Kathrin Finke und Anna Frisch präsentierten die rund 40 Sänger des gemischten Stammchores moderne Liedwerke. Mit „Ein bisschen Frieden“, „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ und „Schuld war nur der Bossanova“ begeisterten sie das Publikum in der Eberfirsthalle. „Was diese beiden jungen Dirigentinnen aus ihren G´sangvereinssängern heraus holen können!“. Bei so toller Vorarbeit hatten es die Begleitbandmusiker: Thomas Stapf, Klaus Schmieg, Julian Heider und Florian Sanden nicht allzu schwer, die gesangliche Vollkommenheit noch zu unterstreichen.

 

Wiederbelebt hatte man beim Liederkranz, speziell für dieses Jubiläumskonzert, den Frauenchor. Sängerinnen aus allen drei vereinseigenen Chören formten unter der Leitung von Herbert Bromberg eine Hommage an die weibliche Gesangsstimme. „Glocken der Heimat“ und Hildegard Knef´s „Für mich soll´s rote Rosen regnen“ entzündeten Wohlgefallen am Frauenchor.

 

„Let me entertain you“! Nomen its omen! - Dunkel war´s in der Halle, als plötzlich weiße Schals und weiße Handschuhe das Bühnenbild illuminierte. Viva la musica hatte sich in sachen Schwarzlicht versucht und sogleich die Zuschauer verblüfft. Ein zweites Highlight setzte Chorsängerin Claudia Bertsch mit ihrem Querflötensolo. In „California dreamin“ entführte sie gemeinsam mit dem Chor Gäste in die Welt des flower power der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Und mit dem „Kriminaltango“ hatte dann Viva la musica seine Zuhörer ganz von seinem Können überzeugt. Großes Lob an Chorleiter, Herbert Bromberg und seine Chorabteilung!

 

Ganz jung und ganz unbedarft präsentierte sich jetzt der Kinderchor der Grundschule Eberstadt. Einmal wöchentlich unterrichtet Angela Schmieg die Kinder gesanglich im finanziellen Auftrag des Liederkranz Eberstadt. „Eine kleine Nachtmusik“, „Riesenglück“ und „Paff, the magic dragon“ formte die Chorleiterin mit ihren Schützlingen zum Hörgenuss und beseligte die Zuhörer in der festlich geschmückten Eberfirsthalle.

 

Apropos geschmückt. Mit viel Mühe hatte sich das Deko-Team um Ingrid Schmitt wieder einmal mehr einen ganz tollen Konzertschmuck einfallen lassen. Weder Information noch Moderne oder Tradition kamen zu kurz. Vielen Dank für die Harmonie!

 

Fast schon am Ende des Konzertes durfte dann das jüngste Kind des Liederkranzes Eberstadt endlich das Publikum für sich einnehmen. „Horizont“, eine Formation aus jungen Sängerinnen und Sängern, begeisterte! „For Every Child“, „Träume leben“ und „Run“ wurden von der Gesangsgruppe und ihren Chorleiterinnen, Anna und Kathrin glänzend in Szene gesetzt! Und dem qualifizierten Auftreten der jungen Leute zollten die Zuhörer ihre ganze Aufmerksamkeit und spendeten tosenden Beifall!

 

Mit einem gemeinsamen Schlussauftritt verabschiedeten sich alle Chöre des Abends von ihrem Publikum und dankte gesanglich für das Dagewesensein! Mit dem von Helga Schieker um getexteten „Mit 66 Jahren“ (Seit 140 Jahren) sowie dem „Lied an die Freude“ und „Lieder sind wie Freunde“ wurde der musikalische Abend versiegelt.

 

Der Einladung von Laux, sich den kommunikativen Abend nicht entgehen zu lassen, folgte die Majorität der Gäste und machte dadurch das Jubiläumskonzert des Liederkranz Eberstadt zu einem stimmigen Ganzen.

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(Rosemarie Kühleisen)